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Rheinische Post
18.03.2002

0ma Schlüter hat den Durchblick

Kameradschaftliches Liebhaber-Theater spielte im Forum

STRAELEN "Geschichten, mitten aus dem Leben gegriffen. Hauptsache "heile Welt", wie es hinter der Fassade aussieht, ist sowieso egal". So oder ähnlich könnte die Komödie "Wer trägt schon rosa Hemden" umschrieben werden. Das Kameradschaftliche Liebhabertheater (KLT) spielte dieses Stück am Samstag im voll besetztem Forum. Viel Freude bereitete das turbulente Familienleben dem Publikum. RP-Foto: Jan Derksen Mit feinem Witz und dem Gespür, Realität und Phantasie miteinander zu verbinden, hat die Spielleiterin Ullrike Brimmers das Stück von John Graham in Szene gesetzt. Sie spielt gleichzeitig auch die Tochter Paula, ein Model á la "Claudia Schiffer". Ihr Mann Harald (Johannes Pieper) ein ausgemachter Tölpel, mit rosa Hemden und Hüftschwung", gab dem Stück seinen Namen. Der Liebling des Publikums und ungekrönte Königin war dabei "Oma Schlüter", gespielt von Gitti Hüpen. Scheinwelt der heilen Familie. Sie spielte die Rolle der 90-jährigen einfach phantastisch. Mit spitzen Bemerkungen und ebensolchen Lippen, knabberte sie maliziös am Gebäck oder nahm ein Schlückchen Gin. In nur wenigen Stunden um fast 50 Jahre, und nicht nur mit Hilfe der Maskenbildnerin zu altem, ist schon eine Leistung. Sie hatte die Lage von Anfang an durchschaut und kommentierte sie mit scheinbar senilen Bemerkungen. Sie sollten Verwirrtheit vortäuschen, doch Oma Schlüter war auf Zack. Da halfen auch die Beteuerungen von Sohn Harald (Thomas Meuser) und, seiner Frau Martha (Birgit an Mey) nichts. Sie konnten noch so sehr die Scheinwelt der heilen Familie aufrechterhalten. Unter der Decke brodelte es doch. Dabei geriet die Feier zum 40. Hochzeitstag auf Mallorca ganz schön ins Wanken. Martha, die biedere Ehefrau, hätte problemlos mit ihrer kapriziösen Stimme in jedem "Rosamunde Pilcher-Filrn' mitspielen können. Die Probleme ihres Mannes Harald und ihrer Kinder spielten in ihrem  Leben eine minimale Rolle. Hauptsache der Schein wird aufrechterhalten. Im Laufe des Abends nimmt das Chaos seinen Lauf: Sohn Roland (Mike Misera) hat ein Verhältnis mit seiner persönlichen Assistentin Miranda (Kim an Mey) und Paula bekommt angeblich ein Kind von ihrem Freund, Dr. Julian Jansen (Norbert Schmelzer). Der entpuppt sich aber als "Fiesling" und wird von Oma schnellstens entsorgt. Dass diese Familie ein einziges Scheingebäude ist, hat "Oma Schlüter" schon immer gewusst - von wegen verkalkt! Am Ende gibt es ein Happyend, weil sich alle doch noch vertragen. Mit Standingovations werden die Schauspieler von der Bühne geklatscht.


Von MARGRET LINSSEN


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