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Rheinische Post
23.04.1995

SIE MACHEN THEATER:

Kameradschaftliches Liebhaber-Theater Straelen

Lust auf klassisches Lustspiel

STRAELEN. Fünf Frauen machen mit im Elf-Personen-Stück „Der keusche Lebemann", dem aktuellen Schwank des „Kameradschaftlichen Liebhaber-Theaters Straelen" (KLT). Das wäre 1881, als die Laienbühne gegründet wurde, undenkbar gewesen. „Frauen waren damals nicht zugelassen", weiß Hans Teegelbekkers, bis zum Vorjahr Präsident des KLT, Historisches zu berichten. Einige junge Männer gründeten den Verein, aufgenommen werden sollten gute Kameraden, redegewandte und auf der Bühne bewegliche Männer mit Liebe zum Theater. RP-Foto

Aus diesen Zugangsvoraussetzungen wurde schließlich auch der Name des Theatervereins gebildet. [In der Vereinsbank laufen die meisten Proben des .Kameradschaftlichen Liebhaber-Theaters Straelen 1881" ab. Erst bei der Generalprobe wechselt die Truppe auf die Bühne RP-Foto : Ludger Heutgens ] Nicht zu kurz Der duldet inzwischen längst das „schwache" Geschlecht unter seinen derzeit 59 Mitgliedern. Etwa 20 davon sind laut Andre an Mey aktiv. „Es sollen immer möglichst viele zum Einsatz kommen", nennt der 34jährige, der in diesem Jahr erstmals Regie führt, ein Auswahlkriterium für die Stücke. Nicht zu kurz sollen sie sein und nicht zu viele Bühnenbilder nötig haben. An Mey "Wir wollen einen kompletten Abend unterhalten, zu viele Umbaupausen würden die Leute aus dem Stück herausreißen." Möglichst in einem Stück wollen die KLT-Akteure durchspielen. Ein Bühnenbild Das wird beim „Keuschen Lebemann", den das KLT am 13. Mai in der Straelener Stadthalle aufführt, so sein. Ein Bühnenbild reicht für die drei Akte. Der Inhalt wird hier natürlich nicht verraten, aber lustig soll es werden. Heiterkeit war beim heute von Rolf-Ernst Senegacnik geleiteten KLT von Anbeginn an Trumpf. Schwanke und Volksstücke zeigte und zeigt das KLT den Straelenern in erster Linie, aber auch Agatha-Christie-Krimis waren darunter und mit Kleists „Zerbrochenem Krug" sogar ein „Klassiker". So etwas schwebt an Mey wieder vor. „Ich würde gerne mal ein klassisches Lustspiel auf die Buhne bringen." Doch zunächst will der neue Spielleiter den Umgang mit den Schauspielern lernen. Von dem Können der KLT-Aktiven konnte sich an Mey bei den Proben zum „Lebemann" überzeugen, die seit Ende Februar meist in der Vereinsbank stattfinden. Das Einstudieren der Texte geht relativ flott bei der Truppe, einer Mischung aus Routiniers und Neulingen. Noch ersetzen Garderobenständer, Tische und Stühle das Bühnenbild. Wöchentlich ein bis zwei Proben sind angesetzt, in der Woche vor der Aufführung treffen sich die Aktiven sogar jeden Abend drei Stunden. Die Generalprobe auf der "Stadthallen-Bühne wird erfahrungsgemäß sogar sechs Stunden dauern. Auch Märchen Nicht nur für die großen Zuschauer spielt das KLT. Gute Tradition sind mittlerweile auch die Märchenaufführungen. „Wir bauen immer Bezugspersonen ein, die den Kindern die Angst vor den bösen Figuren nehmen sollen", erklärt an Mey. Clown-Auftritte auf Kinderfesten, Nikolaus-Aktionen oder die Teilnahme als Fußgruppe beim Karnevalszug sorgen dafür, dass das KLT nicht nur einmal im Jahr in Straelen präsent ist.

MICHAEL KLATT

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Rheinische Post
15.05.1995

Publikum hatte viel Spaß beim Schwank in der Straelener Stadthalle

Vom biederen Buchhalter zum „keuschen Lebemann"

STRAELEN. Die Hosen umgekrempelt, ein vornehmes Tuch in die Brusttasche des Anzuges, dazu noch ein wenig Butter für die improvisierte Pomadefrisur und schon wird aus dem biederen Ex-Buchhalter Max Stieglitz (Lars Ritter) ein richtiger Lebemann. Über 400 Zuschauer waren in die Straelener Stadthalle gekommen, um sich den Schwank in drei Akten über den unglaublichen Wandel des „keuschen Lebemannes" anzuschauen, [Das Kameradschaftliche Liebhaber-Theater Straelen gastierte am Wochenende mit dem Schwank „Der keusche Lebemann" in der Straelener Stadthalle. RP-Foto : Ludger Heutgens ] Obwohl man immer noch „Bürgerliches Bauerntheater" aufführe, sei man beim „Kamerad-schaftlichen-Liebhaber-Theater Straelen" stets bemüht, dem Publikum anspruchsvolle Darbietungen zu präsentieren, erklärte Spielleiter Andre an Mey. Um eine optimale Akustik zu gewährleisten, war sogar jeder Schauspieler mit einem Funkmikrophon ausgestattet. RP-Foto

Auch das Bühnenbild und die schauspielerische Leistung der Akteure waren eher professionell als laienhaft. Spritzige Dialoge und ausdrucksvolle Mimik sorgten immer wieder für Lacherfolge. Objekt der Begierde in diesem Stück war die reizende Gerty Seibold (Petra Senegacnik), die nach Meinung ihres Vaters Julius (Thomas Meuser) endlich „unter die Haube kommen"  musste. Einen Plan hatte der Inhaber der Firma „Seibold und Stieglitz" auch schon parat: damit die Mitgift der Tochter dem Geschäft zugute kommt, sollte sein Kompagnon Max Stieglitz um ihre Hand anhalten. Doch die Mutter Regine (Birgit an Mey) ahnte schon, dass der ungehobelte und schlecht gekleidete Stieglitz ihrer Gerty wohl kaum gefallen würde. Kurzfristig eingesprungen Schließlich war da noch der Gigolo Heinz Fellner alias Michael Neumann, dem alle Frauen zu Füßen lagen. Auch Gertys Freundinnen Hilde und Wally (Claudia Bonnes) waren vom Charme dieses Mannes hingerissen. Die kurzfristig für die erkrankte Britta Timmermanns eingesprungene Ulrike Brimmers machte ihre Sache wirklich hervorragend. Die Auftritte der lispelnden Blondine Hilde sorgten immer wieder für Erheiterung. Im Mittelpunkt des Geschehens stand natürlich der „keusche Lebemann" Max. Um ihn der Gerty richtig „schmackhaft" zu machen, bastelte Julius ihm ein interessantes Vorleben: eine heiße aber kurze Liebschaft mit der bekannten Schönheit Ria Ray (Monika Lemmen). Als Beweis sollte ein gekauftes Foto mit gefälschter Widmung dienen. Ria Ray bekam dabei den Vorzug vor Marlene Dietrich und Heinz Rühmann als „Charleys Tante". Natürlich musste auch noch am äußeren Erscheinungsbild des Ex-Buchhalters „gefeilt" werden. Ein Höhepunkt war wohl der misslungene Versuch, seine Frisur mit Butter vom Frühstückstisch zu „stylen". Schließlich fielen die Frauen aber doch auf den Schwindel herein und ließen den Sunnyboy Fellner links liegen, sobald Max den Raum betrat. Problematisch wurde die Angelegenheit, als die Schauspielerin Ria Ray aufkreuzte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der „keusche Lebemann" Max sich aber schon derart mit seiner neuen Rolle identifiziert, dass er neben seiner Kleidung sogar seine Manieren wechselte, da war's Gerty schließlich auch egal, dass er in Wirklichkeit gar kein Verhältnis mit der berühmten Schauspielerin gehabt hatte und heiratete ihn letztendlich doch. Ria Ray musste mit ihrem ehemaligen Freund Walter Riemann (Johannes Pieper) vorlieb nehmen. Alle anderen Akteure gingen in diesem Sinne zwar „leer aus", aber das Publikum ist an diesem Abend jedenfalls voll auf seine Kosten gekommen. Auch die kleineren Rollen wie die des Dienstmädchens Anna (Christiane Bartsch) oder die des Taxifahrers (Ansgar Delbeck) trugen zum Gelingen des Stückes bei.

Von DIRK FAUPEL

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